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  • Sammlung

    Die Skulpturen im Garten stammen aus Sammlungen des Museums de Fundatie, Beelden aan Zee und der Provinz Overijssel.

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  • Kasteel het Nijenhuis

    Das Kasteel het Nijenhuis liegt mitten im Skulpturengarten.

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U.a. im Skulpturengarten zu sehen:

Trak Wendisch

Bläser V

  • 1993
  • Bronze

Ein Musikant ist oft ein fröhlicher Mensch. Das gilt nicht für diesen Sousaphonspieler. Das Instrument windet sich wie eine Würgeschlange um den Körper des Mannes. Seine magere Gestalt und der glatte Schädel verheißen nichts Gutes. Alles deutet daraufhin, dass es hier nicht um ein freudiges Musikspiel geht, sondern um eine verhängnisvolle Pflichtübung. Trak Wendisch (1958) hat seinen beklemmenden Erfahrungen als DDR-Bürger auf beeindruckende Weise Ausdruck verliehen. Die ursprünglich aus Holz gefertigte Skulptur gehört zum Ensemble „Konzert der verlorenen Söhne“.

Ossip Zadkine

Großer Frauenkopf

  • 1927
  • Granit

Granit ist ein Material, das sich aufgrund seiner Härte nicht für Details eignet. Ossip Zadkine (1890-1967) hat das Gesicht der Frau darum mit nur wenigen Mitteln angedeutet. Die rechteckige Form des Granitblocks ist auch bei der fertigen Skulptur noch gut zu sehen. Das Material verleiht dem Werk eine kraftvolle Ausstrahlung, die sich mit der archaischen Kunst der griechischen Antike vergleichen lässt. Zadkine gehörte zu den wichtigsten Bildhauern des 20. Jahrhunderts und ist in den Niederlanden vor allem als Schöpfer des Denkmals  „Die zerstörte Stadt“ in Rotterdam bekannt.

Dietrich Klinge

Der Kult

  • 1995
  • Bronze

Dietrich Klinge (1954) stellt seine Plastiken zunächst aus Holz her. Danach gießt er sie in Bronze, um ihnen Beständigkeit zu verleihen. Sitzende Menschenfiguren mit gestuftem Körper kommen in seinem Oeuvre häufiger vor. Der Titel dieser Skulptur verweist auf eine religiöse Funktion. Das Gesicht der Figur ähnelt afrikanischen Masken. Seine oder ihre Position ist direkt frontal, was den Eindruck eines göttlichen Status noch verstärkt. Ist die Stufe möglicherweise eine Einladung, sich selbst auf ein höheres (geistiges) Niveau zu begeben?

Ronald A. Westerhuis

RAWSOME!

  • 2011
  • Edelstahl

Eine Kugel symbolisiert in der Kunst häufig die Welt. In diesem Fall spiegelt die Kugel die Welt buchstäblich wider. Ronald Westerhuis (1971) hat die Kugel aus Edelstahl gefertigt, wodurch der Betrachter sich selbst und seine Umgebung im Kunstwerk sieht. In den kleineren Rundungen, die der Künstler auf der Oberfläche angebracht hat, wird das Bild verkleinert. In den Hohlräumen wird das Bild ebenfalls verkleinert und obendrein noch umgedreht. Das Ursymbol der Einheit ist somit gleichzeitig ein Symbol der Vielfalt geworden. 

Karel Appel

Femme oiseau

  • 1947
  • Bronze

Karel Appel (1921-2006) wurde zwar vor allem als Maler bekannt, aber er war auch als Bildhauer aktiv. Diese „Vogelfrau“ entstand 1947 als eine der Skulpturen in seinem Oeuvre. Sie ähnelt einem afrikanischen Götzenbild. Die Kunst der so genannten primitiven Völker war zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine besondere Inspirationsquelle für westliche Künstler. Zwei Jahre nach dem Entstehen dieser Skulptur gründete Appel mit einigen Freunden die internationale Künstlergruppe „Cobra“. Sie ließen sich von Zeichnungen von Kindern und Geistigbehinderten inspirieren.

Gust Kulche

Liegende Form

  • 1964
  • Stein

Gust Kulche (1894-1988) widmete einen großen Teil seines Lebens der Mal- und Dichtkunst. Erst mit etwa 65 Jahren fing er ernsthaft mit der Bildhauerei an. Die Natur war seine wichtigste Inspirationsquelle. Diese Steinskulptur sieht auf den ersten Blick vollständig abstrakt aus. Dennoch hat sie durchaus Bezug zur Wirklichkeit. Aufgrund der sanften, runden Formen und der liegenden Position wird der Betrachter direkt an das beliebteste Thema der Kunstgeschichte erinnert: den liegenden weiblichen Akt.

Jan Bronner

Hildebrandmonument

  • 1914-1947
  • Stein

Als Professor an der Rijksakademie in Amsterdam hat Jan Bronner (1881-1972) viele niederländische Bildhauer ausgebildet. Von ihm stammen die Worte: „Bildhaukunst ist Architektur, Architektur ist Bildhaukunst.“ Laut Bronner gelten für beide Disziplinen die gleichen Gesetzmäßigkeiten. Die Steinfiguren des Hildebrandmonuments, die den Schriftsteller Hildebrand und acht Protagonisten seines Buches „Camera Obscura“ darstellen, sind fast buchstäblich Gebäude geworden. Mit einer guten Dosis Fantasie kann der Betrachter darin expressionistische Hochhäuser erkennen.

Dora Dolz

Las meninas

  • 1991
  • Keramik

 „Las Meninas“ ist die spanische Bezeichnung für „Die Hofdamen“. Es ist nicht nur der Titel dieses keramischen Sitzmöbels von Dora Dolz (1941-2008), sondern auch der Titel eines weltberühmten Gemäldes von Diego Velazquez aus dem Jahr 1656. Dolz wählte diesen Titel aufgrund der Ähnlichkeit Ihres Werks mit den im Gemälde abgebildeten Reifröcken. Dora Dolz kannte Velazquez Werk als Spanierin sehr gut. Dolz kam 1965 in die Niederlande. Seitdem hat sie mit ihren farbenfrohen Keramikobjekten vielen unauffälligen und unattraktiven Orten im Land eine fröhliche Note verliehen.

Alphons Freijmuth

Totem

  • 1999
  • Steingut
  • 160 cm. / 70 cm. / 60 cm.

Alphons Freijmuth (1940) wurde in den 1970er Jahren als Maler bekannt. Später fertigte er auch Skulpturen an. Seine Kunst wird der Neuen Figuration zugerechnet – einer Bewegung, die er selbst als Reaktion auf die überwiegend abstrakte und konzeptuelle Kunst der 1960er Jahren mitbegründet hat. In seinem Werk finden sich sowohl Einflüsse des Expressionismus aus der Zeit der Jahrhundertwende als auch der Cobra-Kunst. Er verbindet dies jedoch mit geometrischen und konstruktivistischen Elementen. Dieses „Totem“ ist in erster Linie ein Augenzwinkern in Richtung des manchmal zu  ernsten Umgangs mit Kunst.

Elisabet Stienstra

Der Tisch

  • 1990
  • Bronze und Holz

Die Kunst von Elisabet Stienstra (1967) sorgt für frischen Wind in den Gedanken, ohne dabei eine definitive Bedeutung zu erzwingen. Das gilt auch für diesen Tisch. Die Tischplatte besteht aus einer bizarren Hieronymus Bosch-ähnlichen Landschaft mit genauso bizarren Figuren. Der Betrachter wird an den Garten der Lüste, aber auch an Dantes Hölle erinnert. Die Tischbeine sind Kinderfiguren, die auf ihren Köpfen balancieren. Was aber haben Ober- und Unterseite miteinander zu tun? Ist die Landschaft das (buchstäbliche) Gegenteil der Kinder? Oder sind es zwei Seiten der gleichen Medaille?

Pjotr Müller

Haus von Dr. Quincke

  • 2001
  • Gaze und Stein

Dr. Heinrich Quincke war ein deutscher Dermatologe gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Nach ihm wurde das Quincke-Ödem benannt, das mit Schwellungen auf dem Körper einhergeht. Pjotr Müller (1947) setzte den Patienten, die an dieser Krankheit leiden, ein kleines Denkmal. Anstelle von imposantem, unantastbarem Heldentum – wie es den meisten Denkmälern eigen ist – zeigt dieses „Haus von Dr. Quincke“ genau das Gegenteil, nämlich die Verletzlichkeit des Menschen. Wer das Haus betritt, sieht überall von Krankheit entstellte Gesichter.

Pjotr Müller

Ohne Titel

  • 1991
  • Terracotta

Auf den ersten Blick scheinen diese vasenähnlichen, um eine Terracottaschale herum gruppierten Terracottaformen harmonisch in einen Schlossgarten zu passen. Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass es sich hier um gänzlich unbrauchbare Objekte handelt. In ihrer wackeligen Position wecken sie außerdem einen recht hilflosen Eindruck. Die Skulptur unterstreicht die Funktionslosigkeit und Verletzlichkeit der Kunst. Mit dieser Idee als Ausgangspunkt schuf Pjotr Müller (1947) auch einige Tempel, die genau wie die Follies (reinen Zierbauten) aus dem 19. Jahrhundert nur dazu dienen, Verwunderung hervorzurufen.

Heringa / van Kalsbeek

Prolong

  • 2008
  • Stahl, Harz und Textil

Die mit Abstand größte Skulptur im Skulpturengarten des Museums de Fundatie ist „Prolong“ vom Künstlerduo Heringa /Van Kalsbeek (1962/1966). Ihr Werk wird als dreidimensionales Gemälde beschrieben und weckt mit den beweglichen Formen sowie der vielfältigen Farbpalette Assoziationen zur Barockkunst und zum abstrakten Expressionismus. Die einzigen erkennbaren Elemente in dieser Skulptur sind die rosa Flamingos in der untersten Zone. Gibt sich der Betrachter seiner Fantasie hin, kann er auch im Kunstwerk als Ganzes einen exotischen Riesenvogel entdecken.

Joost van der Toorn

Pet of the year

  • 1995
  • Bronze

Er sitzt dort ein wenig steif und traurig, dieser Bronzehund von Joost van den Toorn (1954). Laut Titel des Kunstwerks wurde er zum „Pet oft he year“ (Haustier des Jahres) ausgerufen. Das freut das Herrchen natürlich ganz besonders, der Hund selbst hat nicht so viel davon. Humor ist rote Faden im Werk von Van den Toorn – Humor mit zuweilen einem durchaus schwarzen Rand. Mit dieser comicartigen Skulptur kommentiert der Künstler das verquere Verhalten von Menschen und stellt im gleichen Atemzug den Ernst der Kunst zur Diskussion.

Frode Bolhuis

Cleaning the rooms of the past

  • 2010
  • Stahl und Holz

Scheinbar hat im Schloss das Großreinemachen angefangen und wurden die Möbel vorübergehend auf den Rasen gestellt. Die Frivolität des Stapelns und die ungewöhnliche knallorange Farbe verleihen dem Ensemble eine festliche Ausstrahlung – als wären die Möbelstücke endlich aus ihrer muffigen und dunklen Umgebung zwischen vier Wänden befreit. Diese Luftigkeit überträgt sich übrigens auch auf die Funktion dieser Skulptur von Frode Bolhuis (1979). Sie ist nicht nur Kunstwerk, sondern auch ein Spielgerät für Kinder.

Charlotte van Pallandt

Wilhelmina

  • 1968
  • Bronze

Charlotte van Pallandt (1898-1997) gehört zu den wichtigsten Porträtbildhauern des 20. Jahrhunderts. Diese Skulptur von Königin Wilhelmina ist eine Bronzeversion aus dem Jahr 1987 des Originals aus Hartstein, das Van Pallandt 1968 für den öffentlichen Raum in Rotterdam anfertigte. Wenngleich das Gesicht fast nicht zu erkennen ist, hat die Künstlerin die Persönlichkeit von Wilhelmina ausgesprochen gut getroffen. Der Ausdruck der Skulptur manifestiert sich fast gänzlich in der Massivität des dicken Wintermantels. Dies symbolisiert die für Wilhelmina so charakteristische Unbeugsamkeit. 

Ossip Zadkine

Sonnenuhr

  • 1929
  • Bronze

An dieser Sonnenuhr in Form eines Liebespaars lässt sich gut der Einfluss des Kubismus auf die Kunst von Ossip Zadkine (1890-1967) ablesen. Das Thema von Mann und Frau in inniger Umarmung eignet sich ausgezeichnet, um gemäß des kubistischen Prinzips gleichzeitig verschiedene Perspektiven zu zeigen. Der Bildhauer hat seine Figuren quasi in einzelne Elemente aufgeteilt und sie danach als neue Komposition wieder zusammengefügt. Das Ergebnis ist ein Kunstwerk mit starker Dynamik, die dem Betrachter kontinuierlich einlädt, um die Skulptur herum zu laufen.