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  • ab: 14 oktober 2017
  • bis einschließlich: 07 januari 2018
  • Standort: Museum de Fundatie

WOLFGANG MATTHEUER - RETROSPEKTIVE

Ab dem 14. Oktober 2017 zeigt das Museum de Fundatie eine umfassende Retrospektive Wolfgang Mattheuers (1927-2004). Neben Werner Tübke und Bernhard Heisig zählt Mattheuer zu den Begründern der Leipziger Schule, die den Realismus der DDR-Kunst mit ihren doppeldeutigen, metaphorischen Bildern grundlegend änderten. Diese Retrospektive wird die erste Übersichtsausstellung zum Schaffen des Künstlers außerhalb Deutschlands sein.

(Wolfgang Mattheuer, ‘Drinnen, Draußen und Ich’, 1986, Öl auf Leinwand, 200 x 200 cm. Staatliche Museen Berlijn, Nationalgalerie. Leihgabe Privatsammlung)

Die Ausstellung vereint über 80 der bedeutendsten Gemälde Wolfgang Mattheuers und wurde in enger Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Rostock und der Galerie Schwind (Leipzig, Berlin und Frankfurt) zusammengestellt. Sie zeigt Leihgaben aus - unter anderem - der Nationalgalerie in Berlin, dem Städel Museum in Frankfurt, der Hamburger Kunsthalle, dem Mumok in Wien, dem Ludwig Museum in Budapest so wie aus Privatsammlungen.

Wolfgang Mattheuer wird 1927 in Reichenbach im Vogtland geboren. Von 1947-1951 studiert er an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst, an der er von 1965 bis 1974 ein Lehramt innehat. Nach Niederlegung dieser Tätigkeit konzentriert er sich vollständig auf sein künstlerisches Schaffen. Den Ausgangspunkt seiner Kompositionen bilden häufig Landschaften aus der Vogelperspektive. Sie vermitteln einen Eindruck der Umgebung Leipzigs und des Vogtlands und repräsentieren in ihrer Weite gleichzeitig eine umfassendere Weltlandschaft, in die er surreale, manchmal schwebende Figuren einfügt. 

Kennzeichnend für Wolfgang Mattheuers Gesamtwerk ist die Art und Weise, in der er Gleichnisse und Metaphern einsetzt. Indem er Motive aus der Bibel, der griechischen Mythologie und der deutschen Literatur schöpft, befragt er in verschleierter Form die gesellschaftliche Lage seines Landes. In seinen figurativen Werken kombiniert, transformiert und verdichtet er jene Motive, um so seinen kritischen Gedanken Ausdruck zu verleihen, ohne diese explizit kundzutun. Er stellt Fragen zum Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft (Die Ausgezeichnete, 1974), von Natur und deren Technisierung (Ein weites Feld), von Freiheit und deren Scheitern (Hinter den 7x7 Bergen).

Wolfgang Mattheuer, Ein weites Feld, 1973, olie op hardboard, 105 x 128,5 cm. Collectie Staatliche Museen Berlijn, Nationalgalerie..jpg(Wolfgang Mattheuer, Ein weites Feld, 1973, Öl auf Hartfaserplatte, 105 x 128,5 cm. Sammlung Staatliche Museen Berlijn, Nationalgalerie)

Mattheuer wurde vom DDR-Regime als bedeutender Künstler anerkannt, er erhielt Staatspreise und es wurden ihm offizielle Ehrungen zu Teil. Trotzdem trat er 1988 aus der SED (der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands) aus und beteiligte sich 1989 an den Montagsdemonstrationen in Leipzig, die mit zum Sturz der DDR beitrugen.

Auch seine bedeutende Bronzeskulptur Jahrhundertschritt aus dem Jahr 1984 wird in Zwolle zu sehen sein. In diesem Werk reflektiert Mattheuer über das problematische Jahrhundert, das (Ost-)deutschland hinter sich hat, zuerst als national-sozialistisches, dann als kommunistisches Land, veranschaulicht durch Hitlergruß, geballte Faust und Soldatenstiefel. Der Fuß, der einen Schritt vorwärts macht, ist nackt und verwundbar: Was hält die Zukunft für Deutschland bereit? Seit 1999 steht ein Exemplar dieser ungemein kraftvollen und polarisierenden Skulptur, aufgestellt in Anwesenheit des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder, mitten in der wichtigsten Einkaufsstraße Leipzigs, der Grimmaischen Straße: Einer der wenigen Orte Deutschlands, wo der Hitlergruß im öffentlichen Raum zu sehen ist.

Die Retrospektive Wolfgang Mattheuers bildet eine Fortsetzung in der Reihe Leipziger Künstler - nach Werner Tübke – Meesterschilder tussen Oost en West. Diese umfassendste, je zu Stande gekommene Tübke-Ausstellung brachte dem Museum de Fundatie 85.000 Besucher.

Zur Ausstellung erscheinen ein niederländischsprachiger Katalog beim Verlag Waanders & de Kunst so wie ein deutschsprachiges Werkverzeichnis der Gemälde Wolfgang Mattheuers. 


  • ab: 14 Oct 2017
  • bis einschließlich: 07 Jan 2018
  • Standort: Museum de Fundatie

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