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  • ab: 25 mai 2019
  • bis einschließlich: 01 september 2019
  • Standort: Museum de Fundatie

Charlotte van Pallandt - Kunst als lebensziel

Charlotte van Pallandt (1898-1997) erlangte vor allem durch ihre Wilhelmina-Denkmäler in Rotterdam und Den Haag Bekanntheit. Auf die ursprüngliche Ausführung in Stein für Rotterdam, die im Jahre 1968 enthüllt wurde, folgte fast 20 Jahre später ein Denkmal in Bronze, das ebenfalls Königin Wilhelmina als wehrhafte Herrscherin zum Thema hat. Viele Skulpturen für den öffentlichen Raum hat Charlotte van Pallandt allerdings nicht geschaffen. Für Kriegsdenkmäler konnte sie sich wenig begeistern. Sie bemühte sich daher nicht um entsprechende Aufträge, die nach dem Zweiten Weltkrieg vergeben wurden. Dennoch profitierte auch sie von der Blütezeit der niederländischen Bildhauerei nach 1945.

Auffallend spät machte sie – als Bildhauerin in einer ausgeprägten Männerwelt – ihr Entree in die niederländische Kunstwelt: Sie war bereits über fünfzig Jahre alt, als ihr Werk in einem Museum ausgestellt wurde. Mit größter Hingabe suchte sie bis ins hohe Alter hinein nach neuen Formen der Darstellung und des Ausdrucks. Als „starke Frau”, aber ebenso durch ihre Herkunft und ihre Ausbildung in Paris war sie eine ungewöhnliche Persönlichkeit. Sie lebte relativ zurückgezogen, vertrat ihre eigenen Ansichten und mied die Öffentlichkeit. Dennoch blieb die besondere Entwicklung, die sie durchmachte, nicht verborgen. Museen wie das Gemeentemuseum Den Haag und das Stedelijk Museum in Amsterdam stellten ihre Skulpturen und Zeichnungen aus.

Louise van der Veen, Charlotte van Pallandt in der Tür ihres Ateliers, 1956/1957 © RKD, Den Haag.

An ihrem Œuvre lassen sich ein mit der Zeit immer mehr vollendetes Können sowie ein besonders ausgeprägtes Einfühlungsvermögen ablesen. Ihre empathischen Fähigkeiten kamen ihr insbesondere zustatten, als sie Porträts schuf. Ihre „Köpfe” zeugen von ihrer Einsicht in die Persönlichkeit ihrer Modelle, was allerdings nicht hieß, dass die Porträtierten mit ihrem Bildnis stets zufrieden waren. Zu einer ganz anderen Kunstgattung gehörten die großen und kleinen Skulpturen des bekannten Amsterdamer Aktmodells Truus Trompert. Sie war eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration. Über 20 Jahre blieb Truus ihr bevorzugtes Modell und die „Truus-Bildchen” gehören zum Besten im reichen Œuvre der Künstlerin.

Themen wie ihre Studienzeit im Vorkriegs-Paris, die Art und Weise, wie sie sich in einer von Männern dominierten Kunstwelt behauptete und ihre Kontakte zu Auftraggebern und Modellen werden in dieser Veröffentlichung zum ersten Mal ausführlich beleuchtet. Das bislang unerforschte Charlotte van Pallandt-Archiv ist von unschätzbarem Wert. Zusätzlich erzählen Verwandte und Künstlerfreunde offenherzig über ihr Leben und ihr Werk. Dank dieser wertvollen Quellen konnte in diesem Ausstellung, kuratiert von Maarten Jager, zum ersten Mal sowohl ein Bild der Künstlerin als auch des Menschen Charlotte van Pallandt skizziert werden.

Charlotte van Pallandt, Truus, Bronze, 65 cm hoch, Sammlung Museum de Fundatie, Zwolle und Heino / Wijhe.


Foto Kopfzeile: Charlotte van Pallandt, Wilhelmina, 1968, Bronze 3 m, Sammlung Museum de Fundatie, Zwolle und Heino / Wijhe.


  • ab: 25 May 2019
  • bis einschließlich: 01 Sep 2019
  • Standort: Museum de Fundatie

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