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  • ab: 20 februar 2018
  • bis einschließlich: 03 juni 2018
  • Standort: Kasteel Het Nijenhuis

Jan Cremer

Jan Cremer begann bereits mit vierzehn Jahren zu malen. Und er traf gleich ins Schwarze. Da gab es keine behutsamen ersten Schritte, kein herantastendes Suchen, sondern sofort die grelle Farbe und die große Geste. Nach einer über ein halbes Jahrhundert umspannenden Weiterentwicklung bilden diese beiden Merkmale immer noch die Grundlage seiner Kunst. Cremer spricht sich kräftig und ohne sich zurückzuhalten aus.

Cremer ist kein malender Schriftsteller. Es fing alles mit der Malerei an, das Schreiben kam danach. Oder vielleicht sollte man richtiger sagen, es fing an mit Beobachtung. Denn Malen und Schreiben sind für Cremer bloß zwei verschiedene Möglichkeiten, um das, was er um sich herum sieht, festzuhalten und zu verarbeiten. Das eine Mal auf Papier, das andere Mal in Farbe.

Der junge Jan Cremer, am 20. April 1940 in Enschede geboren, lancierte sich und seine Kunst im Paris der 50er-Jahre. Die Lichtstadt war damals ein internationaler Schmelztiegel von Kunst und Kultur, in der er als künstlerischer Vielfraß seinen Lebenshunger zu stillen suchte. In Paris entwickelte er seine sogenannte „Peinture Barbarisme“, wild bemalte Leinwände mit dicken Farbschichten, vermischt mit Sand, Jute und anderen Materialien. Mit seiner unorthodoxen Technik und ebensolcher Persönlichkeit stellte er sich mit einem Schlag in die vorderste Linie der modernen Kunst.

Jan Cremer
Bildunterschrift: Jan Cremer, Woestijngevecht (Gefecht in der Wüste), 1959, Mischtechnik auf Leinwand, 200 x 150 cm. Museum de Fundatie (mit Unterstützung der BankGiro Loterij erworben), Zwolle und Heino/Wijhe.

Im Jahr 1961 verließ Cremer die Weltstadt Paris (wo er allerdings ein Atelier behielt) für das abgelegene Ibiza. Die brennende Sonne und die raue Landschaft führten zu einer Reihe von Werken, die mit ihrer treffsicheren Textur fast orientalisch anmuten. Sie zeigen, wie sehr Malen und Schreiben auf einer Linie liegen können und sich manchmal auch überschneiden. Bei Cremer war das buchstäblich der Fall. Die Veröffentlichung seines nichts verschleiernden Schelmenromans Ik Jan Cremer im Jahr 1964 schockierte die kulturelle Elite in den Niederlanden. Mit dem Erlös dieses „unerbittlichen Bestsellers“, der später in Dutzenden von Ländern übersetzt wurde, ließ er sich im Chelsea Hotel in New York nieder. Dort begann er, von Neuem zu malen, diesmal jedoch keine abstrakten Gemälde voller Farbengewalt, sondern expressive und farbenreiche Tulpenfelder. Cremers Einverleibung jenes niederländischen Klischeebildes schlechthin lässt sich als Verbindung der reinen Malerei von Paris und Ibiza mit der großen holländischen Landschaftstradition zum einen und der anti-traditionellen Pop-Art New Yorks zum anderen verstehen.

Im Jahr 2015 zeigte das Museum de Fundatie eine große Übersichtsausstellung von Jan Cremers Œuvre.

 


  • ab: 20 Feb 2018
  • bis einschließlich: 03 Jun 2018
  • Standort: Kasteel Het Nijenhuis

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