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  • ab: 19 januar 2019
  • bis einschließlich: 12 mai 2019
  • Standort: Museum de Fundatie

FREIHEIT - DIe FÜNFZIG KERNSTÜCKE DER NIederlÄNDISCHEN kunst SEIT 1968

Am 19. Januar 2019 wird im Museum de Fundatie in Zwolle die Ausstellung Freiheit – die fünfzig Kernstücke der niederländischen Kunst seit 1968 eröffnet. Es handelt sich um ein ehrgeiziges und gleichzeitig recht ungewöhnliches Projekt: Auf dieser Ausstellung zeigen wir die fünfzig Kernstücke, die maßgebenden Kunstwerke, die während der letzten fünfzig Jahre in den Niederlanden entstanden sind. Freiheit ist ausdrücklich subjektiv: Eine Einladung zur Diskussion ist ebenso gemeint wie eine Liebeserklärung an die niederländische Kunst. Diese Ausstellung ist ein Muss für all jene, die endlich einmal alle niederländischen Spitzenkunstwerke der letzten fünfzig Jahre vereint sehen möchten.


Ferdi (1923-1969), Clementine’s Dream, 1968, Schaumgummi, „Borg fabrics“ Kunstpelz, 70 x 90 x 170 cm, Sammlung Giotta und Ryu Tajiri, © Foto: Egon Notermans.

Freiheit wird vom Kunstkritiker und Autor Hans den Hartog Jager (1968) zusammengestellt, der bereits mehrfach Ausstellungen für das Museum de Fundatie konzipierte: Meer licht (2010), zum Thema des Erhabenen in der heutigen Kunst, Meer macht (2014), zum Thema der Möglichkeit oder Unmöglichkeit des Künstlers, gesellschaftliche Prozesse zu beeinflussen und Zie de mens (2016), eine Porträtgalerie, die sowohl einen Überblick der gesellschaftlichen Veränderungen als auch der Entwicklung der Kunst während der letzten hundert Jahre bot.


Armando (1929-2018), Fahne, 1981, Öl auf Leinwand, 240 x 175 cm, Sammlung Stedelijk Museum Amsterdam, © Pictoright Amsterdam 2018.

Gerade in diesen zerrissenen Zeiten, in denen die Bedeutung vieler Dinge, die in den Niederlanden jahrzehntelang selbstverständlich schienen, neu hinterfragt wird, möchten wir zeigen, was die wesentliche Kraft von Kunst beinhaltet: Uns neue Fernsichten erschließen, eingerostete Normen, Werte und Formen zur Diskussion stellen, den Zeitgeist widerspiegeln und ihm vorangehen. Deshalb haben wir uns für „Freiheit“ als Grundthema entschieden. Dieses Wort erfuhr in den Niederlanden in den letzten Jahren eine kuriose, fast populistische Wendung. Während es vor fünfzig Jahren noch für die neuen, revolutionären Entwicklungen stand, die bestehende Muster durchbrachen, symbolisiert „Freiheit“ heute vor allem das Festhalten an „authentischen niederländischen Werten“. Gleichzeitig ist dennoch unwiderlegbar, dass sich das Streben nach Freiheit, Unabhängigkeit und Unität durch die Jahre hindurch als ein Kernwert zeitgenössischer Kunst behauptet hat.


Marijke van Warmerdam (1959), Lichte Stelle, 2000, 16-mm-Filmschleife, 2’53”, Sammlung des Künstlers, © Marijke van Warmerdam.

Mit dem ausdrücklichen, fast klassischen Konzept, fünfzig entscheidende Werke zu zeigen, hoffen wir die wichtigsten, in der heutigen Diskussion immer wiederkehrenden Elemente ins Rampenlicht zu rücken. Kunst sollte sich trauen, offen zu zeigen, was sie zum Denken der Menschen beitragen und welche einmalige Rolle sie in der Gesellschaft erfüllen könnte. Einerlei, ob es sich dabei um die Bedeutung einer (künstlerischen) Tradition handelt oder um die Art und Weise, in der Kunst eine nationale Identität repräsentiert oder auch um das Ausmaß, in dem sie Umwandlungen der sozialen Verhältnisse in der Gesellschaft widerspiegelt. Allerdings – und das ist mindestens ebenso wichtig – soll die Ausstellung dem Betrachter auch eindringlich vor Augen führen, welche großartige Kunst in den letzten fünfzig Jahren in den Niederlanden geschaffen wurde – von Jan Dibbets’ Perspective Correction (1968) bis Ria van Eijcks My Woven Diary (1976-1977), von René Daniëls’ Aux Déon (1985) bis Natasja Kensmils Zelfportret met kruis (1999) und von Guido van der Werve’s Nummer acht: Everything is going to be all right (2009) bis Melanie Bonajo’s Night Soil #1 (2016). Die Kunst in den Niederlanden ist bereits seit Jahrzehnten lebendig, kraftvoll und frei – und das darf durchaus mal grandios gezeigt werden.

Indem wir mit einem Mal so viele „Kernstücke der Kunst“ der vergangenen Jahrzehnte zusammenbringen, möchten wir den aktuellen Diskussionen über die Rolle der Kunst in der Gesellschaft neue Energie zuführen. Endlich jedoch hoffen wir vor allem, dass Freiheit eine einzige große Feier der Kraft von Kunst sein wird: Eine Ausstellung und ein Buch, um Menschen Genuss und Vertiefung zu bieten und zum Denken anzuregen, gerade in dieser Welt, in dieser Zeit.

Zur Ausstellung erscheint ein gleichnamiges Buch im Verlag Athenaeum-Polak & Van Gennep.


Guido van der Werve (1977), Nummer Acht, everything is going to be alright, 2007, 16-mm-Filmschleife, 10’10”, Sammlung des Künstlers und der Galerie Juliette Jongma, Amsterdam, Foto: Ben Geraerts.

Foto Kopfzeile: Jeroen Eisinga (1966), Springtime, 2010-2011, 35-mm-Filmschleife, 19’5”, Sammlung des Künstlers, © Jeroen Eisinga.


  • ab: 19 Jan 2019
  • bis einschließlich: 12 May 2019
  • Standort: Museum de Fundatie