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  • ab: 03 oktober 2026
  • bis einschließlich: 22 august 2027
  • Standort: Museum de Fundatie

Symbio - Diana Scherer

Im Jahr 2026 wird Diana Scherer eine neue Installation für Kunst in de Vide schaffen. Speziell für diesen Raum im Museum de Fundatie Zwolle entwirft sie ein Textilwerk, das aus organischen Geweben aus Pflanzenwurzeln und selbst entworfenen, nachhaltigen Stoffen besteht. Scherer ist fasziniert davon, wie natürliche Wachstumsprozesse von Pflanzen und Wurzeln beeinflusst oder gesteuert werden können. Mit Erde, Samen, Licht, Wasser und unterirdischen Schablonen lässt sie organische Gewebe wachsen. In diesem Prozess bewegt sich Scherer ständig an der Grenze zwischen Kontrolle und Zufall, zwischen natürlich und künstlich, zwischen Kunst und Biologie. Symbio kritisiert einerseits die Ausbeutung und Kontrolle natürlicher Systeme. Andererseits skizziert die Ausstellung ein utopisches Szenario, in dem Zusammenarbeit, Gegenseitigkeit und Verflechtung zwischen Mensch und Natur im Mittelpunkt stehen. Der Wachstumsprozess, der selbst langsam, unvorhersehbar und teilweise unkontrollierbar ist, wird so zu einer Metapher für die Suche nach einem neuen Gleichgewicht zwischen Kultur und Natur.

Scherer findet viel Inspiration in Charles Darwins Buch „The Power of Movement in Plants” aus dem Jahr 1880. Darin befasst sich der berühmte Biologe mit den komplexen Bewegungen, die Pflanzen als Reaktion auf Licht, Schwerkraft und Temperatur ausführen können. Darwin verdeutlicht damit, wie natürliche Selektion funktioniert und wie sich Pflanzen immer wieder an unterschiedliche Umgebungen angepasst haben, um zu überleben. Diese Kraft der Pflanzen nutzt Scherer, um ihre Gewebe wachsen zu lassen. Ihre Arbeit kann daher als Zusammenarbeit zwischen Pflanze und Künstlerin betrachtet werden.

Für diese monumentale Installation stützt sich Diana Scherer auf Darwins Forschungen zur Bewegung von Pflanzen. Seine systematischen Mess- und Zeichnungssysteme, mit denen er die Wachstumspfade von Pflanzen im Laufe der Zeit dokumentierte, übersetzt Scherer in die Muster ihres organischen Gewebes. Seine charakteristischen Zeichnungen, die aus Hunderten von Aufzeichnungslinien von Biegungen und Wachstumspfaden bestehen, dienen als Ausgangspunkt für ihre hybride Installation. Durch die Neuinterpretation von Darwins visueller Logik, in der Zeichnen und Messen zusammenfallen, entsteht ein neues Muster, das die natürlichen Bewegungen von Pflanzen poetisch darstellt und gleichzeitig den historischen Forschungsgeist und die Methodik Darwins widerspiegelt.

Diana Scherer, Farming Textiles, 2023, installatie Museum Kranenburgh, foto Michel ClausDiana Scherer, Farming Textiles, 2023, Installation Museum Kranenburgh, Bild Michel Claus

Symbiose zwischen organischem Material und Textilien
Scherer lässt die Wurzelstrukturen mit von ihr selbst entwickelten Stoffen verwachsen. In Symbio untersucht sie, wie diese beiden Systeme sich gegenseitig unterstützen, verstärken oder aber behindern. Der vom Menschen hergestellte Stoff fungiert als Träger, Rahmen und Gegenpart für die Pflanze. Aus dieser ständigen Wechselwirkung entsteht eine neue, hybride Materialsprache, in der Wachsen und Weben keine getrennten Prozesse mehr sind, sondern Teil eines einzigen dynamischen Systems.

Diana Scherer (Launingen, DE, 1971) lebt und arbeitet in Amsterdam. Sie studierte Bildende Kunst an der Gerrit Rietveld Academie. Scherer schafft botanische Installationen, Objekte, Textilien und Fotografien und ist eine Pionierin der biotechnologischen Kunst. Zu ihren jüngsten Ausstellungen zählen Soil, Somerset House, London, UK (2025), Manifesta 15 Metropolitana, Barcelona, ES (2024), Reset Now, Haus der Kunst, München, DE (2024), Farming Textiles, Museum Kranenburgh, NL (2023), 23. Biennale Sydney, AU (2022) und Intelligence of Plants, Frankfurter Kunstverein, DE (2021). Scherers Werke sind in mehreren Sammlungen vertreten, darunter im Victoria & Albert Museum London, in der Design Society Shenzhen, im FOAM Amsterdam, im Museum Arnhem, im Centraal Museum Utrecht und in den Bijzondere Collecties Leiden.

Kunst in der Vide
Unter dem Titel „Kunst in der Vide“ beauftragt das Museum de Fundatie jedes Jahr einen Künstler, speziell für die Vide des Museums in Zwolle ein neues Werk zu schaffen. So entstehen neue Kunstformen, die die Besucher gleich beim Betreten des Museums begrüßen. Frühere Ausgaben von „Kunst in der Vide“: Ruthi Helbitz Cohen (2023), Cristina Flores Pescorán (2024) und Chourouk Hriech (2025).

Headerbild: Diana Scherer, Hyper Rhizome, 2023, Galerie Andriesse Eyck


  • ab: 03 Oct 2026
  • bis einschließlich: 22 Aug 2027
  • Standort: Museum de Fundatie

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