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  • ab: 17 januar 2020
  • bis einschließlich: 05 mai 2020
  • Standort: Museum de Fundatie

Annabel Oosteweeghel - INSOMNIA

Museum de Fundatie präsentiert ab 18. Januar 2020 Insomnia von Annabel Oosteweeghel (1969). Mit ihrem Projekt Insomnia zeigt die Fotografin die Welt der Schlaflosen. Die dunkle, verborgene Welt der Nacht, während der die meisten von uns schlafen, zwanzig Prozent der Niederländer jedoch wach sind. Die Einsamkeit, das Herumwühlen: Nächtliches Leiden drängt sich einem in dieser Fotoserie auf.Annabel Oosteweeghel, Joris, aus der serie Insomnia, Foto, 60 x 45 cm.Annabel Oosteweeghel, Johnaus der serie Insomnia, Foto, 45 x 60 cm.

Insomnia handelt von Schlaflosigkeit und davon, was dieser Zustand mit denen, die davon geplagt werden, macht. Wie ist das, stunden lang wachzuliegen, während sonst jeder schläft? Grübeln, einen nächtlichen Spaziergang machen, liegen bleiben oder aufstehen und an die Arbeit gehen, eine Fernsehserie schauen oder den Boden aufwischen. Oosteweeghel porträtierte sechzehn Menschen: Männer und Frauen, junge und alte, aus verschiedenen Teilen der Niederlande und mit unterschiedlichen Hintergründen, jeder von ihnen mit einer eigenen Geschichte. „Ich wollte eine Serie über Insomnia machen, weil viele Menschen aus meinem Umfeld an Schlaflosigkeit leiden. Es ist eine verborgene Welt, die ich sichtbar machen wollte. Wie fühlt es sich an, so allein in der Nacht, wenn man schlafen möchte? Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Zunahme von Insomnia und dem Alltagsstress, der täglichen Flut an Informationen, die uns über alle möglichen Kanäle erreichen und verarbeitet werden wollen?“

Das Einzige, das hilft, ist Urlaub auf Curaçao oder Aruba machen. Dort ist es sechs Stunden früher und da schlafe ich gut. Michelle Dorlandt (43)

Die Fotos ähneln Stills aus Filmen mit den Schlaflosen als Statisten auf nächtlicher Bühne. Von Werken Edward Hoppers sowie von amerikanischen Fotografen aus den 1960er-Jahren wie Larry Sultan und William Eggleston inspiriert, arbeitet Oosteweeghel mit einem ausgeprägten Hell-Dunkel-Kontrast. Dieser Effekt ist in ihren Fotos verstärkt präsent, weil sie die Lichtquelle häufig außerhalb des Bildes platziert, ähnlich wie es die Caravaggisten bei ihren Gemälden zu tun pflegten. Die Inszenierungen bewirken eine Verfremdung. Einerseits rufen die Bilder ein Gefühl der Wiedererkennung hervor: Das eigene Haus könnte ohne Weiteres die Bühne sein, auf der der Schlaflose sich bewegt. Andererseits machen die Fotos eine völlig verschiedene Welt sichtbar – die der nächtlichen Wanderungen durch die Straßen, über den Strand oder durch den Park. Das Leiden, das mit Schlaflosigkeit einhergeht, und die Ästhetik der Nacht gehen bei Insomnia mühelos Hand in Hand.

Die Übungen des Physiotherapeuten – in Gedanken auf dem Meer treiben – habe ich hinter mir gelassen. Meine Gedanken auf etwas anderes zu lenken, gelingt mir nicht. “  Julia Akkerhuis (16)

Annabel Oosteweeghel, Marjon, aus der serie Insomnia , Foto, 45 x 60 cm.

Annabel Oosteweeghel, David, aus der serie Insomnia, Foto, 45 x 60 cm.

Annabel Oosteweeghel
Annabel Oosteweeghel (Bussum 1969) studierte audiovisuelle Kunst an der Akademie St. Joost in Breda. Sie selbst bezeichnet ihre erzählerischen Fotos als „imaginary documentary“, denn ihre Bilder weisen zwar einen sozialen und gesellschaftlichen Ausgangspunkt auf, wurden von ihr aber bis ins Detail inszeniert und stilisiert.

Im Jahr 2015 veröffentlichte sie ihr erstes Buch Oblivious. Sie schaffte es damit in die Finale Lensculture Exposure Awards und wurde außerdem für den Dutch Photography So Award 2015 nominiert. Insomnia brachte Oosteweeghel im Jahr 2018 den European Newspaper Award für die Kategorie Porträt ein.

Annabel Oosteweeghel, Michelle, aus der serie Insomnia, Foto, 45 x 60 cm.Porträt Annabel Oosteweeghel, Foto: Monica Stuurop.

Insomnia erscheint als Buch mit Interviews durch Carlijn Vis und einem Nachwort von Ralph Keuning bei Uitgeverij Waanders & de Kunst. Die Gestaltung des Buches lag in den Händen von Sybren Kuiper.



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Foto Kopfzeile: Annabel Oosteweeghel, Julia, aus der serie Insomnia, Foto, 45 x 60 cm.


  • ab: 17 Jan 2020
  • bis einschließlich: 05 May 2020
  • Standort: Museum de Fundatie

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